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ABSAGE - 4. arriba Symposium 20.03.2020

Nach langer Diskussion, Rücksprache mit Referent*innen und vielen Teilnehmer*innen haben wir uns entschieden, das 4. arriba Symposium abzusagen. Wir hatten den Eindruck, dass vor den Hintergrund der aktuellen Lage (Corona Virus) zu wenige von uns noch bereit waren, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen.

Die personalisierte Medizin will etwas ganz Neues sein: nicht nur zugeschnitten auf die individuelle Konstellation, sondern auch präventiv, prädiktiv und partizipatorisch. Gesundheitliche Risiken sollen früh erkannt und spezifisch behandelt werden. Das Individuum kann und soll sich informieren und sein Leben umstellen. Die Vertreter der konventionellen Medizin bzw. des regulären Gesundheitssystems werden zu Randfiguren, denn Anbieter von Labordienstleistungen (genetische Profile), Messgeräten (Quantified Self) etc. sind in direktem Kontakt mit dem Konsumenten. Wenn es um invasive und riskante Behandlungen geht, z.B. in der Hämatologie und Onkologie, soll eine personalisierte Medizin einen gezielten und schonenden Einsatz möglich machen.

Kritiker weisen darauf hin, dass es gar nicht um das Individuum geht, sondern um den Absatz von neuen Technologien und um wirtschaftliche Interessen. Da das offizielle Gesundheitssystem umgangen wird, sind Bürger-Patienten diesen Interessen ausgeliefert. Ohne dass dies offen diskutiert würde, werden sie zu Datenlieferanten. Unterschwellig werden Normen und Vorstellungen geprägt, wie z.B. die Auffassung, dass persönliche oder gesellschaftliche Probleme vor allem biologische Ursachen hätten. Die weit ausgreifenden Versprechungen der personalisierten Medizin lassen sich nur selten mit validen Studien belegen.

Diese Entwicklungen stellen Fragen: welche Rolle hat die Patient-Arzt-Beziehung im medizintechnischen Zeitalter? Wenn diese schon relativiert wird, wo liegen Sinn und Aufgaben von Entscheidungshilfen, die gerade hier zum Einsatz kommen sollen?

Veranstalter

  • arriba eG gemeinnützige Genossenschaft (Prof. Norbert Donner-Banzhoff)
  • Gesellschaft für patientenzentrierte Kommunikation gGmbH (Prof. Attila Altiner)
    Institut für Allgemeinmedizin, Charité Universitätsmedizin Berlin (Prof. Christoph Heintze)

CME-Punkte sind beantrag

Zielgruppen

Wissenschaftlerinnen
Epidemiologie, Diabetes Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Prävention, Gastroenterologie, Versorgungsforschung

Gesundheitssystem-Entscheiderinnen
Kostenträger, Leistungserbringer, regulatorische Einrichtungen, Fachgesellschaften, Berufsverbände (Hausärzte, Diabetologen, Kardiologen, Gastroenterologen, Psychiater, Urologen u.a.)

Anwenderinnen
niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen, Ärztenetze, Kliniken der Akutversorgung sowie der Rehabilitation, Arbeits- bzw. Betriebsmedizinischer Dienst

Referentinnen und Moderatoren

  • Prof. Dr. med. Attila Altiner, Institut für Allgemeinmedizin; Universitätsmedizin Rostock
  • Prof. Dr. med. Norbert Donner-Banzhoff, MHSc, Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin; Universität Marburg
  • PD Dr. Tanja Krones, Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte; Universitätsspital Zürich (CH)
  • Prof. Dr. Stephan Ripke, Research unit for statistical genetics for common variant analyses (GWAS)
  • Pr. Dr. Hub Zwart, Erasmus School of Philosophy; Erasmus University Rotterdam (NL)

Tagungsort

Charité Universitätsmedizin Berlin, CCO Auditorium, Virchowweg 6

Tagungsbeitrag

80€, Mitglieder der arriba-Genossenschaft: 40€

Anmeldung

Bitte bis 15. Februar 2020 bei Stefan Hoffmann, Universitätsmedizin Rostock (siehe Anmeldung)